Inter*Tagung 2011 Aufruf
IVIM und TrIQ suchen Inter*s und Inter-Angehörige, die zur Tagung im Oktober inhaltliche Beiträge und Ideen beisteuern möchten!
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Inter*Aktion – die erste Berliner Inter*Tagung
mit „Inter*“ meinen wir intergeschlechtliche bzw. intersexuelle Menschen, Hermaphroditen, Zwitter und Herms. Das Sternchen (*) steht für die genannten und weitere mögliche Selbstbezeichnungen.
Veranstalter_innen: IVIM und TrIQ e.V.
Zeit: 7. – 9. Oktober 2011
Ort: in den Räumen von TrIQ e.V.
Infos zur Anmeldung werden rechtzeitig auf www.intertagung.de bekannt gegeben.
Was soll die Tagung bewirken? Hier sind unsere Ziele:
Vernetzung, Kontakte, Kennenlernen
Wir bieten eine Möglichkeit für intergeschlechtliche Menschen, Hermaphroditen, Zwitter und ihre Eltern und Angehörigen, sich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen.
Inter*relevante Themen
Wir schaffen ein Forum für Erfahrungsaustausch und für Gespräche zu Themen wie Selbstbestimmung, Selbstdefinitionen, gesundheitliche und rechtliche Fragen, Partnerschaft und Familie.
Ein neues Angebot für intergeschlechtliche Menschen
Wir sehen unsere Tagung als wichtige Ergänzung zu den wenigen bestehenden Angeboten. Eine größere Bandbreite an Plattformen, Angeboten und Netzwerken halten wir für dringend nötig.
Sichtbarkeit, Motivation und Empowerment
Wir wünschen uns neue Ideen, Kontakte und Impulse für emanzipatorische Projekte und eine selbstbewusste Vertretung unserer Interessen. Wir wollen uns gegenseitig den Mut und den Stolz vermitteln, als Inter*personen sichtbar zu sein. Davon erhoffen wir uns nachhaltige Effekte auf den Umgang mit dem Thema Inter* in unserer Gesellschaft auf sozialer und politischer Ebene.
Geschützte und offene Angebote (nur für Inter*/ auch für Verbündete)
Wir achten auf den Schutz von Privatsphäre und respektieren den Wunsch nach Anonymität. Deshalb werden manche Zeiten und klar definierte Angebote als Schutzräume nur für bestimmte „Gruppen“ offen sein (z.B. nur für Inter* mit bestimmten Erfahrungen oder nur für Angehörige). Andere Angebote sind offen für unsere Verbündeten und Freund_innen.
Warum bei TrIQ – ist das nicht eher ein Trans-Projekt?
TrIQ ist ein Trans- und Interprojekt und wurde von Trans* und Inter*-Personen gemeinsam gegründet. Die aktiven Inter*menschen bei TrIQ hatten die Idee zu dieser Tagung und wurden darin von Anfang an von den übrigen Triqqies unterstützt. Wir wollen mit Angeboten wie diesem erreichen, dass sich mehr Inter*s zusammenschließen um aktiv an die Öffentlichkeit zu gehen.
Wenn Du auch möchtest, dass das Thema Inter* mehr Sichtbarkeit bekommt, dann komm und hilf mit, daran zu arbeiten!
Inter*Aktion – die erste Berliner Inter*Tagung
mit „Inter*“ meinen wir intergeschlechtliche bzw. intersexuelle Menschen, Hermaphroditen, Zwitter und Herms. Das Sternchen (*) steht für die genannten und weitere mögliche Selbstbezeichnungen.
Dies ist die erste Tagung ihrer Art: ein Raum für Inter*s und ihre Unterstützer_innen – sowohl ein Schutzraum für Austausch und Aktion als auch eine öffentliche Plattform, offen für alle Inters*, deren Freund_innen und Angehörige. Wir möchten mit dieser Tagung unsere Selbstorganisation, unsere Sichtbarkeit und unser Selbstbewusstsein stärken (Empowerment) und uns von medizinischen Zuschreibungen und sensationslüsterner Exotisierung emanzipieren. Es geht uns um die Einforderung von Menschenrechten und um den Abbau von Normierungen. Wir wollen so angenommen werden, wie wir sind: als intergeschlechtliche Menschen!
Die meisten von uns leben versteckt in einer Gesellschaft, die nur zwei Geschlechtern Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringt. In einer Welt, in der die Geburt eines Jungen oder eines Mädchens ein Anlass zur Freude ist, gilt die Geburt eines kleinen Herms nach wie vor als psycho-sozialer „Notfall" und als "Tragödie". Statt sozio-kulturelle Ansätze zu entwickeln, um mit intergeschlechtlichen Menschen umgehen zu lernen und hierzu Räume zu schaffen, wird es allein der Medizin überlassen, mit ihrer Bestimmungshoheit “Lösungen” zu liefern.
Die Überschreitung geschlechtlicher Normen wird auf vielfältige Art sanktioniert:
- durch ungewollte, uneingewilligte und irreversible geschlechtsverändernde Eingriffe in der Kindheit und/oder im Erwachsenenalter, die als medizinischer Standard gelten;
- durch strukturelle Diskriminierung aufgrund der Unsichtbarkeit in unserem Rechtssystem;
- durch inter-, trans- oder homophobe Übergriffe von gewaltbereiten Mitmenschen.
Die Gewalt an uns Inter*s beginnt oft schon bevor wir uns überhaupt klar werden können, wer oder was wir sind. Unsere Körper werden untersucht, analysiert, normiert, misshandelt und fehlbehandelt, vermessen und zugerichtet. Unsere Seelen werden dem Diktat der Zweigeschlechternorm unterworfen, bis wir unser „Anderssein“ und dessen Bekämpfung als unser persönliches Schicksal verinnerlicht haben. Sich dieser scheinbar ausweglosen Situation nicht „freiwillig“ zu fügen ist unglaublich schwer.
In diesem Klima von Missachtung und systematischer Entrechtung kämpfen wir intergeschlechtlichen Menschen weltweit seit 1993 um die Anerkennung unserer Menschenrechte: die Selbstbestimmung über unsere Körper, unser Geschlecht und unsere geschlechtliche Identität sowie um den Schutz unserer körperlichen Unversehrtheit. Zu wenig hat sich seither getan - wir müssen selbst aktiv werden, um unsere Situation zu verbessern!
Zum Programm hätten wir schon einige Ideen, die zur Anregung dienen, aber auch komplett ignoriert werden können:
- Vorträge zu Recht und Gesetz, Medizinkritik, Aktivismus und Erfahrungen; Podiumsdiskussion
- Kulturprogramm (Film/Vortrag/Lesung/Musik/Theater/Ausstellung)
- mögliche Workshop- oder Diskussionsthemen:
Selbsthilfeworkshops und Erfahrungsaustausch:
Workshops von und für intergeschlechtliche Menschen:
- Gesundheitsfragen (falls gewollt, ggf konstitutionsspezifisch?)
- Alltagsfragen, Outing, Ärzte
- Empowerment
- Workshops von und für Eltern und Angehörige
Aktivistische Workshops mit Bearbeitung von Inhalten:
- WS zur Entwicklung für eine "Betroffenengeleiteten Studie zur Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen": Wie geht das? Wer kann mitmachen? Welche Fragen müssten besprochen werden?
- Mehr Sichtbarkeit von Inter*: Wie? (Material für die Öffentlichkeit schaffen? zB Kinderbuch, Kunst, Filme, Texte, Bücher, Arbeitsplatz?)
- Was hat Krankheitswert, was ist gesundes Inter*sein? Differenzierung zur Befreiung von der verallgemeinenden Pathologisierung von Inter*
- Was wünschen wir uns? (Förderung von Anlaufs- Beratungsstellen, Mittel zur Teilhabe, Mitsprache bei gesellschaftlichen Fragen, geschlechtliche Gleichberechtigung als ?andersgeschlechtlich/?geschlechtlich/mann/frau/herm/'das definiere ich selbst')
- Strategien für eine starke Inter*Bewegung (Einbindung der Yogyakarta-Prinzipien, Menschenrechtsgruppen, Vernetzung und Austausch mit anderen Gruppen wie z.B. mit Trans*menschen, Menschen mit Behinderung u.a.; Wie halten wir unterschiedliche Herangehensweisen aus?)
* SITEMAP*
